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Zahl der Gründungen purzelt auf Rekordtief

Franchise-Partner-Gewinnung bleibt schwierig

In Deutschland haben sich im Jahr 2012 nur 775.000 Personen selbständig gemacht, ein Rückgang von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit dem Jahr 2000 ist das die niedrigste Anzahl von Gründern hierzulande. „Der Rückgang der Gründungstätigkeit ist besorgniserregend, denn Gründer helfen unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und Arbeitsplätze zu schaffen“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, anlässlich der Vorstellung der jährlichen, repräsentativen Analyse zum Gründergeschehen in Deutschland in Frankfurt am Main. Eine kurzfristige Besserung sei nicht in Sicht.

Für viele Franchise-Geber bedeuten die Zahlen und Prognosen, dass es auch im Jahr 2013 extrem schwierg sein wird, geeignete Franchise-Partner zu gewinnen und den Ausbau im Inland voranzutreiben. Als Alternative bietet sich für etablierte Systeme die Expansion ins Ausland an. Dort ist die Risikobereitschaft der Kandidaten tendenziell höher und das Klima weniger gründungsfeindlich.  

Der Anteil von Gründern in den Freien Berufen (bspw. Berater, Dozenten, Erzieher) am Gründergeschehen stieg seit dem Jahr 2005 von 15 % auf 39 % in 2012 an. „Die bemerkenswerte Zunahme von Gründern mit beratenden und erzieherischen Tätigkeiten zeigt, wie das Angebot auf die veränderte Nachfrage einer Wissensökonomie reagiert“, sagt Dr. Zeuner.
 

Die Mehrjahresanalyse zeigt, dass der Anteil der Vollerwerbsgründer, die 2012 im Vergleich zum Jahr 2008 Bürokratie (2008: 33 %, 2012: 40 %) als Gründungshemmnis wahrnehmen, gestiegen ist. Auch die Sorge, dass die Selbständigkeit die eigene Familie stark belastet, ist unter den Vollerwerbsgründern heute weiter verbreitet als noch vor fünf Jahren (23 % vs. 30 %). Dem allgemeinen gesellschaftlichen Trend folgend gewinnt offenbar auch bei Gründern eine bessere Work-Life-Balance Bedeutung.
 

Das mit der Selbständigkeit verbundene finanzielle Risiko wird von mehr Vollerwerbsgründern als Problem wahrgenommen (18 % vs. 31 %). Dies geht einher mit einem höheren Anteil von Gründern, die über Finanzierungsschwierigkeiten berichten – im Voll- und im Nebenerwerb (insgesamt 13 % 2008 vs. 20 % 2012). Dabei gilt: Je höher der Finanzierungsbedarf ist, desto wahrscheinlicher werden Finanzierungsschwierigkeiten (im Jahr 2012 bis 25.000 EUR 21 %, darüber 33 %). Am Ende setzten zwei Drittel der Gründer Eigen- oder Fremdmittel zur Finanzierung ein.

Gründer erzielen zwar ein leicht höheres durchschnittliches Einkommen als Arbeitnehmer, angesichts ihrer hohen Wochenstundenzahl (Vollerwerbsgründer: 48 Stunden vs. Arbeitnehmer: 38 Stunden) ist ihr rechnerische Stundenlohn aber oftmals sehr niedrig. Die Selbstständigkeit zahlt sich dennoch für viele Gründer aus: Insgesamt hat sich für 42 % der Gründer die Einkommenssituation ihres Haushalts netto verbessert. Nur 16 % berichten von einer Verschlechterung.
 

Als Sonderthema wurden Gründer aus der Arbeitslosigkeit analysiert. Es zeigt sich, dass die Anzahl dieser Gründer im Zuge der veränderten BA-Bezuschussung deutlich zurückgegangen ist (-32 % zu 2011). Dabei klagten Gründer aus der Arbeitslosigkeit vermehrt über Finanzierungsschwierigkeiten (34 % vs 21 % 2008–2011). Gleichwohl zeigen sich auch positive Aspekte. So gaben knapp 19 % (2008–2011: 14 %) dieser Gründer an, innovativ zu sein, also eine Marktneuheit eingeführt zu haben.
 

Die Studie der KfW finden Sie unter http://bit.ly/119ZVXh



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